Warum SPD?

Ich bin erst seit wenigen Monaten Mitglied der SPD. Obwohl ich schon seit meinen Teenager-Jahren immer wieder damit geliebäugelt hatte, mich politisch zu engagieren. In diesem Beitrag erfährst du, warum ich mich jetzt dazu entschieden habe – obwohl die Umfragewerte der SPD vielerorts weiter im Sinkflug sind.

Mein Mann behauptet, dass jemandem, der meine beiden ersten Blogbeiträge gelesen hat, vollkommen klar sein muss, dass ich eine „Sozi“ bin. Trotzdem war mir selbst das Jahre lang nicht wirklich bewusst. Ehrlich gesagt, war mein erster Gedanke, als mich jemand fragte, ob ich bei der Lilienthaler SPD mitmachen möchte: „Müsste ich nicht eigentlich bei den Grünen eintreten? Schließlich habe ich zuletzt immer eher grün als rot gewählt?“

Nachdem ich mich mit den Grundsatzprogrammen der SPD, der Grünen und – quasi als „Kontrollgruppe“ – auch der CDU auseinandergesetzt hatte, war für mich aber ziemlich schnell klar: Ich könnte ganz hervorragend mit einer Grünen befreundet sein, anregende Diskussionen mit ihr führen und viele Projekte erfolgreich umsetzen. Aber ganz persönlich kann ich mich besser mit den Werten und Zielen der SPD identifizieren. (Die CDU fiel bei mir erwartungsgemäß ziemlich schnell durch. Warum? Dazu schreibe ich vielleicht irgendwann auch mal einen ausführlichen Blogeintrag ;))

Wofür steht die SPD?

Was könnt ihr euch anschauen, wenn ihr euch über die Werte und Ziele der SPD ein Bild machen möchtet? Da wäre zum einen das sogenannte „Hamburger Programm“ aus dem Jahr 2007. Hier stellt die SPD ihre drei zentralen Grundwerte klar heraus:

„Unsere Grundwerte sind Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Im sozialdemokratischen Verständnis bilden sie eine Einheit. Sie sind gleichwertig und gleichrangig. Sie bedingen, ergänzen, stützen und begrenzen einander.“

Besonders gut gefallen hat mir ein Satz in der Kurzfassung des Hamburger Programms, der diese Werte ganz konkret auf unseren Lebensalltag bezieht:

„Leitbild unserer Politik ist die solidarische Stadt, die alle Bewohnerinnen und Bewohner zu gestaltender Teilhabe am gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Leben einlädt.“

Das ist eine Stadt, in der ich leben möchte. Wo nicht Herkunft, Geschlecht, Geldbeutel oder Leistungsfähigkeit meinen Wert für die Gesellschaft bestimmen sondern ich die gleichen Chancen auf ein gutes Leben und Selbstverwirklichung habe, wie jede:r andere auch. Wo wir uns als Menschen gegenseitig unterstützen. Wo wir in unserem Handeln Rücksicht aufeinander nehmen. Wo wir Unterschiedlichkeit nicht als Problem sehen sondern Vielfalt als Chance wahrnehmen. Wo wir nicht um jeden Preis unseren eigenen Vorteil vergrößern sondern uns klar machen, was es uns kostet, wenn Mitmenschen und auch unsere Umwelt auf der Strecke bleiben.

Um zu verstehen, wie die SPD in diesem Super-Wahljahr tickt, schaut euch am besten auch mal das Zukunftsprogramm an, dessen erster Entwurf Anfang März veröffentlich wurde.

Die SPD nimmt sich hier viel vor für die nächsten 20 Jahre. Und das müssen wir auch: Wenn es darum geht, den gesellschaftlichen Zusammenhalt krisenfest(er) zu machen und wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen, haben wir noch einiges an Nachholbedarf. Und das auf allen Ebenen. Lösungen müssen hier auf globaler Ebene genauso gefunden werden wie auf lokaler.

Wir alle können die Zukunft verändern, wenn wir zuhause und vor unserer eigenen Haustür damit anfangen. Indem wir unsere Lebensweise überdenken und uns fragen, was wir persönlich ändern können. Indem wir aber auch in unserer eigenen Stadt oder Gemeinde über Partei- und andere gedanklichen Grenzen hinweg ins Gespräch kommen, gemeinsam Ideen entwickeln und dann auch Taten folgen lassen.

Wohin geht die Reise in Lilienthal?

Bei unserem SPD-Lilienthal-Wahlprogramm für die niedersächsischen Kommunalwahlen in diesem Jahr werden wir das Zukunftsprogramm der SPD fest im Blick haben. Unser vielfältiges Team wird zudem seine ganz persönlichen Perspektiven und Expertisen für Gemeindeentwicklung nutzen, um einen Plan zu schmieden, der unser Liliethal zukunftsfähig aufstellt.

Mein ganz persönliches Ziel ist es dabei, dass wir in Lilienthal wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen: Über das, was uns wirklich wichtig ist, was uns ausmacht und was wir gemeinsam schaffen wollen. Hier leben so viele engagierte Menschen jeden Alters (140 Vereine auf unter 20.000 Einwohner:innen!). Das sollte also zu schaffen sein!

Du hast gute Ideen für Lilienthal? Oder ein Feedback zu diesem Beitrag? Dann lass gerne einen Kommentar da!

P. S.: Wenn du keine Lust hat, die beiden o. g. Programme zu lesen, dich aber trotzdem über die SPD informieren möchtest, dann empfehle ich dir den YouTube-Kanal der SPD.

P.  P. S.: Ach ja, ich habe die Gretchenfrage noch nicht beantwortet: Wenn ich mich so mit der SPD identifizieren kann, warum habe ich sie dann zuletzt nicht konsequent gewählt? Zum einen: Weil ich nicht gut genug informiert war. Zum anderen: Weil ich mich zu sehr von der Tagespolitik der GroKo und dem Nasenfaktor einzelner prominenter Politiker:innen habe beeinflussen lassen. Heute weiß ich, dass die SPD mehr ist als das. 

2 Antworten

  1. Liebe Isabell, ich glaube, dass es vielen Menschen so geht wie dir. Schade nur, dass sich die wenigsten die Zeit nehmen, sich mit den Zielen der SPD ernsthaft auseinander zu setzen. Sonst sähen die Umfragewerte für die SPD insgesamt besser aus. Mit Evelin Wöstenkühler hat die SPD-Lilienthal aber eine exzellente Wahl als Bürgermeisterkandidatin getroffen, so dass man für die Lilienthaler nur hoffen kann, dass sie die kommende Bürgermeisterin wird. Mit Frau Wöstenkühler käme endlich frischer Wind ins Rathaus – das, was so viele Lilienthalerinnen und Lilienthaler vermissen.

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